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helge nordmann Mathematisch Naturwissenschaftliche Beratung – Ghostwriting – Know How |
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Vgl.: Statistik und Wahrscheinlichkeit – leicht gemacht
Da sich jede Problemlösung auf eine bestimmte Anzahl Ja-Nein-Entscheidungen
zurückführen lässt, kann eine Prüfung bzgl. der Kenntnisse und Fähigkeiten
in einem bestimmten Themenkreis, auf eben hinreichend viele solcher
Entscheidungen durchgeführt werden. Im Falle fehlender Kenntnisse ergäben
sich dann im Mittel zur Hälfte richtige sowie zur Hälfte falsche
Entscheidungen. Im Einzelfall sind aber duchaus mehr oder weniger (zufällig)
richtige Entscheidungen möglich. Wird nun die Anzahl richtiger Entscheidungen
in eine Benotung umgerechnet (eine Kritik an der gängigen
Leistung-In-Noten-Umrechnung findet sich --demnächst-- hier), so verteilen sich die Noten
in unterschiedlichen Häufigkeiten hi. Der zugehörige Notengraf
(Fachbegriff: 'Dichte') für die Notenmenge
Dabei sind die Eigenschaften der Noten-'Verteilung' im Wesentlichen beschrieben über die Begriffe Mittelwert μ und Standardabweichung σ.
Der Mittelwert μ fasst alle vergebenen Noten zu einer Gesamtnote zusammen, die umgangssprachlich oftmals als 'Durchschnitt' bezeichnet wird.
Die Standardabweichung σ ist ein Maß zur Angabe der 'Breite' eines Bereiches, in dem sich 68% aller Daten (hier: aller Noten) befinden. Die Standardabweichung gibt indirekt die 'Qualität' einer Mittelwertbildung an und darf daher in keiner Mittelwertangabe fehlen.
Für die Schulnotensysteme 'klassisch' sowie 'NGO-Punkte' ergeben sich im Falle einer zufälligen Notendichte:
| Mittelwert und Standardabweichung in zufälligen Schulnoten: | ||
| Notensystem | Mittelwert μ | Standardabweichung σ |
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Klassische Noten {1; 2; 3; 4; 5; 6} |
3,5 | 1,118 |
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NGO-Punkte {0; 1; 2; 3; ...; 13; 14; 15} |
7,5 | 1,936 |
Treten nun die 'guten' Noten häufiger auf, als nach dieser Notenverteilung
zu erwarten wäre (der Mittelwert ist kleiner als erwartet), so können hierfür als mögliche Erklärungen angesehen werden:
Die Beurteilung, welche dieser Erklärungsmöglichkeiten annehmbar ist, kann mittels des Vergleiches der Aufgabenstellungen mit dem Anforderungsprofil (also in Teilen auch subjektiv) erfolgen, ist jedenfalls nicht mit statistischen Methoden durchführbar.
Entsprechend gilt: Treten die 'schlechten' Noten häufiger auf als nach
dieser Notenverteilung zu erwarten wäre (der Mittelwert ist größer
als erwartet), so können hierfür als mögliche
Erklärungen angesehen werden:
Die Beurteilung, welche dieser Erklärungsmöglichkeiten annehmbar ist, kann mittels des Vergleiches der Aufgabenstellungen mit dem Anforderungsprofil (also in Teilen auch subjektiv) erfolgen, ist jedenfalls nicht mit statistischen Methoden durchführbar.
| Dies beruht gewöhnlich auf unzureichendem Unterricht in Folge mangelhafter Sachkenntnis des Lehrers; der Lehrerin. |
Werden Aufgaben gestellt, die (in der verfügbaren Zeit)
nicht lösbar sind,
so verschieben sich die Noten in Richtung 'schlecht'. Zur Unterdrückung
eines so verschlechterten Mittelwertes μ werden oftmals ungelöste Aufgaben
positiv bewertet und so das Auftreten besonders schlechter Noten
verhindert. Damit ergibt sich dann wieder ein Mittelwert, der im
erwarteten Bereich liegt. Hierbei tritt allerdings die mittlere
Abweichung der Noten vom Mittelwert, die Standardabweichung,
verkleinert auf (für die Notenmenge
| Eine einzelne Klausur kann auch zufällig eine solche Notenverteilung aufweisen. Statistisch noch nicht beweisbar, aber deutlich und glaubwürdig, sind die Daten von mindestens drei Klausuren. Ab etwa 100 benoteten Teilnehmern (also ca. 5 Klausuren) können die Daten als gesichert angesehen werden. |
Diese künstliche 'Verbesserung' der Noten wird nur auf einige Klausurteilnehmer angewandt und somit auch eine Ungleichbehandlung der Teilnehmer vorgenommen. Es ergibt sich ein Selektionsdruck zur Anpassung an den Lehrer; die Lehrerin über die Vergabe von Sympathiepunkten. Tritt eine solchermaßen manipulierte Notenverteilung mehrfach auf, ist von einem sehr schlechten Unterricht mit einer zusätzlichen Ungleichbehandlung der Schülerinnen und Schüer auszugehen!
Ein kaum auftretender Fall an Notenmanipulation ist das 'Erwürfeln'
der Noten. Hier wird der Graf künstlich verbreitert,
die Standardabweichung σ wird größer.
Im Normalfall zeigt ein verbreiterter Notengraf das Auftreten (zweier) divergierender Schüler- oder Studenten-Gruppen. Hierfür sind zwei Ursachen denkbar:
Die Einführung der NGO-Noten hatte zum Ziel, eine feinere Notenabstufung
zu schaffen. Dabei wurden die 16 Stufen {0; 1; ...; 14; 15} --
zu Beginn des 16Bit-Computerzeitalters -- zwar nicht willkürlich,
aber auch nicht besonders sinnvoll gewählt.
Letzlich ist jede Notenskala willkürlich, sie sollte aber bestimmte
Voraussetzungen erfüllen.
Zum Einen muss sie eine Unterscheidung von 'ungenügenden' bis zu 'mehr als nur ausreichenden' Leistungen ermöglichen.
Zum Anderen sind aber auch statistische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Eine große Anzahl an Notenklassen erschwert eine statistische Auswertung der Daten. Der Grund hierfür liegt darin, dass für jede Notenklasse eine ausreichende Anzahl an Daten vorliegen muss, bevor die Statistik hinreichend signifikant ist. Ohne auf die mathematischen Details dieser Aussage einzugehen, sei dieses hier kurz erläutert:
Als allgemeine Regel für Hypothesentests gilt: Die Anzahl der Daten in einer (Noten-) Klasse muss mindestens 5 sein. Der Beispielgraf zeigt die Notendichte einer zufälligen Verteilung für 100 Schülerinnen und Schüler. Hier wird etwa für die NGO-Punkte '3' oder '12' sichtbar, dass die erwartete Häufigkeit nur noch 4 ist. Für die Punkte 0...2 bzw. 13...15 ergeben sich noch erheblich kleinere Erwartungshäufigkeiten. Eine statistische Auswertung ist für diese Notenskala also erst nach deutlich mehr als 100 Messungen (für Kurse mit 25 Teilnehmern nach deutlich mehr als 4 Klausuren) möglich. D.h.: Nachweisbare Effekte zeigen sich erst, wenn es bereits zu spät ist!
Die klassische Notenskala {1; 2; ..; 6} weist zwar auch Mängel auf, so ist etwa der Skalenbeginn nicht '0', sie erlaubt aber schon -- im Allgemeinen nach etwa 3 Klausuren -- eine frühe statistische Auswertung. (Zur Frage der Leistung-In-Noten-Umrechnung findet sich hier --demnächst-- eine gesonderte Betrachtung).
Eine statistische Auswertung der Notendichte in Klausuren
lässt eine Beurteilung der Unterrichtsqualität zu und sollte daher
stets durchgeführt werden! Die Mindestanforderungen an eine jede Notenvergabe
sollte daher sein, stets auch den Mittelwert μ und die Standardabweichung σ
anzugeben.
Eine bessere Auswertung der Daten ergibt sich aus der Verwendung des 'Notenspiegels'
(der Notendichte):
Verlangen Sie von Ihrem Lehrer; Ihrer Lehrerin stets die Angabe der Notendichte.
Für den 'Hausgebrauch' seien hier noch einmal die Beurteilungskriterien des Mittelwertes μ und der Standardabweichung σ zusammen gefasst:
| Mittelwert und Standardabweichung in klassischen Schulnoten: | ||
| Mittelwert μ | Standardabweichung σ | Interpretation |
| μ = 3,5 | σ = 1,118 | Die Noten sind zufällig verteilt, der Lehrer; die Lehrerin bewirkt nichts. |
| μ < 3,5 |
Die Noten sind gut. Eine effektive Arbeit wurde geleistet oder die Aufgabenstellung war zu 'leicht'. |
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| μ > 3,5 |
Die Noten sind schlecht. Eine uneffektive Arbeit wurde geleistet oder die Aufgabenstellung war zu 'schwer'. |
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| σ < 1,118 |
Die Noten wurden manipuliert! Die Aufgaben waren nicht zu bewältigen und die Noten wurden künstlich verbessert (oder die Aufgaben waren zu einfach und die Noten wurden künstlich verschlechtert). |
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| σ > 1,118 |
Die Noten gehören zu zwei Teilgruppen. Es gibt eine 'Arbeitsgruppe' sowie eine 'Unvermögenengruppe'. |
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| Mittelwert und Standardabweichung in 'NGO'-Schulnoten: | ||
| Mittelwert μ | Standardabweichung σ | Interpretation |
| μ = 7,5 | σ = 1,936 | Die Noten sind zufällig verteilt, der Lehrer; die Lehrerin bewirkt nichts. |
| μ > 7,5 |
Die Noten sind gut. Eine effektive Arbeit wurde geleistet oder die Aufgabenstellung war zu 'leicht'. |
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| μ < 7,5 |
Die Noten sind schlecht. Eine uneffektive Arbeit wurde geleistet oder die Aufgabenstellung war zu 'schwer'. |
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| σ < 1,936 |
Die Noten wurden manipuliert! Die Aufgaben waren nicht zu bewältigen und die Noten wurden künstlich verbessert (oder die Aufgaben waren zu einfach und die Noten wurden künstlich verschlechtert). |
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| σ > 1,936 |
Die Noten gehören zu zwei Teilgruppen. Es gibt eine 'Arbeitsgruppe' sowie eine 'Unvermögenengruppe'. |
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edited 2005-11-28